Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus

Am 27. Januar, dem internationalen Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus, erinnerte das Projekt „DenkMal! Todesmarsch Mülsen – Eibenstock 1945“ an die Verfolgten und Ermordeten des NS-Regimes.

 

Aue: 

Anlässlich des 27. Januar, des Gedenktages für die Opfer des Nationalsozialismus, veröffentlichte das KGE in diesem Jahr die Stadtkarte „Jüdisches Leben in Aue – Ein historischer Stadtrundgang“. Die Karte ist ab diesem Zeitpunkt kostenlos zu den Öffnungszeiten im Offenen Bürgertreff des KGE in Aue erhältlich. Weitere Abholorte werden auf unserer Website bekannt gegeben.

Die ehrenamtlich erarbeitete Stadtkarte lädt dazu ein, Aue auf eigene Faust zu erkunden und den Spuren jüdischen Lebens im Stadtbild zu folgen. Im Mittelpunkt stehen die Geschichten und Schicksale jüdischer Familien, die zum Zeitpunkt des Novemberpogroms 1938 in Aue lebten. Gefördert wurde das Projekt durch den Fonds „Zukunftswege Ost“.

Die Karte kam direkt in der Bildungsarbeit zum Einsatz: In Aue-Bad Schlema wurde eine Schulklasse der IAJ anhand der neu entstandenen und gedruckten Karte durch die Stadt geführt.

 

Mülsen:

Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Vorführung eines Ausschnitts aus einem Zeitzeugenvideo mit Eugene Zinn, einem jüdischen Häftling, der im März 1945 aus Auschwitz in das KZ-Außenlager Mülsen deportiert wurde und den Todesmarsch im darauffolgenden April überlebte. Aufgrund der winterlichen Witterung fand das Zeitzeugenvideo-Screening nicht wie ursprünglich geplant an der Außenwand der ehemaligen Textilfabrik statt, sondern in einem ausgeschilderten Raum innerhalb der Fabrik. Dort versammelten sich rund 35 Besucherinnen und Besucher, die den Raum bis auf den letzten Platz füllten. In dem auf Englisch geführten, deutsch untertitelten Interview schildert Zinn eindrücklich seine Erinnerungen an Verfolgung, Gewalt und Entmenschlichung. Seine Worte machten das erlittene Unrecht auf eine unmittelbare, persönliche Weise erfahrbar und verliehen den abstrakten Zahlen der Geschichte ein Gesicht und eine Stimme. Die ruhige, konzentrierte Atmosphäre im Raum ließ spüren, wie sehr die Anwesenden von den Schilderungen bewegt waren. Die Veranstaltung wurde so zu einem gemeinsamen Moment des Innehaltens, Erinnerns und der Verantwortung – gerade auch vor dem Hintergrund der lokalen Geschichte von Mülsen und der Region.

Das vollständige Interview kann hier eingesehen werden.

Die Veranstaltung war Teil des sachsenweiten TACHELES Jahres der Jüdischen Kultur.