Wanderausstellung #StolenMemory in Aue

Heute wird die Wanderausstellung #StolenMemory der Arolsen Archives wieder abgebaut. Seit dem 2. April 2026 war sie im Stadtgarten in Aue zu sehen, und Besucher:innen konnten sie täglich von 10 bis 20 Uhr besichtigen.

Die Ausstellung ist in einem mobilen Container konzipiert und tourt durch Deutschland, Polen und die Ukraine. Initiator und Koordinator der Ausstellung sind die Arolsen Archives, das umfassendste Archiv über die Opfer der NS-Verfolgung. Seit 1948 werden dort Informationen gesammelt und Schicksale erforscht.

 

Unter anderem lagern in den Archiven bis heute über 2.000 sogenannte „Effekten“ – Gegenstände, die Häftlinge bei ihrer Ankunft in Konzentrationslagern abgeben mussten. Die Wanderausstellung ist Teil der Kampagne #StolenMemory, mit der die Arolsen Archives weltweit nach Familien von NS-Verfolgten suchen, um ihnen die Gegenstände ihrer Angehörigen zurückzugeben.

Am Mittwoch, dem 8. April, fand um 14 Uhr die offizielle Eröffnung statt. Trotz der ungewöhnlichen Uhrzeit kamen über 30 Menschen zu diesem Anlass. Neben Redebeiträgen von Bürgermeister Jens Müller, Stadträtin Claudia Ficker und Pfarrer Przemek Kostorz sprach auch Charlotte Meiwes, Projektmitarbeiterin der Kampagne #StolenMemory.

Sie stellte die Biografien von Hubert Schreiber aus Zwickau und Paul Arthur Ludwig Peschmann aus Limbach vor. Die Effekten beider werden noch heute in Arolsen aufbewahrt. Hubert Schreiber überlebte die NS-Zeit, während Arthur Peschmann in den letzten Kriegstagen bei der Tragödie der Cap Arcona ums Leben kam.

 

Musikalisch begleitet wurde die Eröffnung von Regina Espig (Violine) und Cornelia Wagner (Querflöte).

Das Interesse an der Wanderausstellung war groß und Besucher:innen waren sichtlich gerührt von den Geschichten, die in der Ausstellung niedrigschwellig vermittelt werden. Durch die einzelnen Biografien der NS-Verfolgten und den Fotos ihrer persönlichen Gegenstände werden die historischen Ereignisse greifbar. Gleichzeitig thematisiert die Ausstellung aber auch die Recherchen nach Angehörigen - sowohl über bereits erfolgreich abgeschlossene als auch über weiterhin laufende Suchprozesse. Sie zeigt damit einen besonders eindrücklichen und greifbaren Bezug zwischen Vergangenheit und Gegenwart: eine materielle und zugleich persönliche Verbindung zwischen der Zeit des Nationalsozialismus und heute.